Beethoven, die Sinfonien 1-3

 

Das Projekt 

Im Vorfeld des Ludwig van Beethovenjahres 2020 – dem 250. Geburtsjahr des Bonner Meisters aus Wien - spielt die Compagnia di Punto seine ersten drei Sinfonien auf CD ein.

Weiter nichts Besonderes? Ganz im Gegenteil: 

Das Außergewöhnliche an der CD-Produktion ist, dass die in unserer Zeit als monumental, unantastbar und geradezu heilig geltenden Sinfonien von der Compagnia di Punto in Bearbeitungen von Beethovens Zeitgenossen für ein Kammerensemble von nur zehn Musikern gespielt werden.

Für Puristen vielleicht ein Affront, für echte Klassikfans wird diese Aufnahme jedoch eine absolute Rarität. Originale Bearbeitungen berühmter Werke zeigen zum einen, wie locker man noch in Beethovens Zeit mit dem „Heiligtum Musik“ umgegangen ist, zum anderen werfen sie ein völlig neues Licht auf scheinbar in- und auswendig gekannte Musik. Bei Ausnahmewerken wie Beethovens Symphonien ist das ein besonderes lohnendes Unterfangen.

Beethoven selbst war bekanntermaßen – um es mit Helge Schneiders Worten behutsam zu formulieren – ein eher mürrischer Mensch, und nur wenig erfreut, wenn die Kollegen in seine Partituren eigegriffen haben.

Bearbeitungen für kleine Besetzungen hatten zurzeit Beethovens jedoch gleich mehrere Funktionen: In einer Zeit ohne Radio und CD-Player konnte „große Musik“ klein besetzt auch in bürgerlichen Salons gespielt werden und die beliebtesten Schlager der aktuellen Opern wurden durch Bearbeitung für Bläserensembles sogar an jeder Straßenecke hörbar. Nicht zuletzt spielte das liebe Geld eigene gewichtige Rolle: Mit der Bearbeitung von „Greatest Hits“ konnten Arrangeure gutes Geld verdienen und Konzertveranstalter gutes Geld sparen. Die Verbreitung berühmter Werke außerhalb der großen Musikzentren wurde vielerorts überhaupt erst durch Reduktion der Besetzung möglich.

Solch kommerzielle Erwägungen waren Beethoven natürlich schon aus Prinzip zuwider, er distanzierte sich davon ebenso, wie von dem Publikumserfolg vieler seiner eigenen Gelegenheitswerke. Die Begeisterung, die sie auslösten, war für ihn in erster Linie ein Zeichen für den schlechten Geschmack seiner Fans…

Augenzwinkernd schließt sich die Compagnia di Punto dem schlechten Geschmack der Beethoven-Enthusiasten an, nicht ohne sich gleichzeitig vor dem Genie zu verneigen. Immerhin stammt die Bearbeitung der zweiten Sinfonie von einem seiner Schüler und Freude, dem Komponisten Ferdinand Ries und die Freundschaft scheint daran keinen Schaden genommen zu haben.

Beethoven Zyklus I-III
Jeder der drei Sinfonien widmet die Compagnia di Punto ein eigenes Konzert in der Kulturvilla Mettmann. Den Zyklus eröffnet am 1. Juni 2019 die Sinfonie Nr. 1 in C-Dur, gefolgt von der 3. Sinfonie in Es-Dur op. 55 "Eroica" am 17. August 2019 und der 2. Sinfonie in D-Dur op. 36 am 28. August 2019.

Mit freundlicher Unterstützung der BSCW-Stiftung

Weitere Informationen finden Sie unter Konzerte